Glassäge & Federkörner

Bei einem Verkehrsunfall bleibt oftmals im Wahrsten Sinne des Wortes "keine Scheibe heil". Oftmals sind die Scheiben des Unfallfahrzeugs schon beim Aufprall zerstört worden. Ist dies nicht der Fall, sollten die Scheiben des Fahrzeugs entfernt werden, bevor eingeklemmte Personen mit dem hydraulischen Rettungssatz befreit werden. Zudem ist der Weg über die Seiten- oder Heckscheibe oftmals der einzige schnelle Zugang für Notarzt und Rettungsdienst ins Innere eines Unfallfahrzeugs.

Im Regelfall wird daher zuerst mittels Federkörner eine Seitenscheibe kontrolliert zum Zersplittern gebracht, nachdem Sie mit Klebeband abgeklebt wurde. Die Scheibe zerspringt dann zwar, kann aber trotzdem noch in einem Stück entfernt werden. Durch die entstandene Öffnung können Notarzt und Rettungsdienstmitarbeiter ins Innere des Fahrzeugs gelangen.

Wenn mit Schere und Spreizer am Unfallfahrzeug gearbeitet wird, entstehen sehr hohe Kräfte. Diese können die restlichen Scheiben unkontrolliert zum Zersplittern bringen, was ein Risiko für die Einsatzkräfte sowie die eingeklemmte Person selbst darstellt. Deshalb werden vor Einsatz von Schere und Spreizer auch die übrigen Scheiben mit Hilfe des Federkörners oder der Glassäge entfernt.

Die Glassäge kommt bei Front- und Heckscheiben zum Einsatz, da diese aus Verbundglas, also mit dem Federkörner nicht zerstörbar sind. Da die meisten Scheiben heutzutage mit dem Fahrzeug verklebt sind, werden Sie mit der Glassäge herausgeschnitten. Nachteil dieser Methode ist feiner Glasstaub, der möglichst nicht eingeatmet werden sollte. Deshalb wird im Regelfall die eingeklemmte Person mit einer durchsichtigen Folie abgedeckt und so geschützt.